Tradition & Historie

Aus der Historie heraus pflegt der CLUB als einer der ältesten Sportvereine der Hansestadt seine Tradition, stets die Förderung und Weiterentwicklung des Rudersports offen voran zu treiben und dem Leistungssport zugewandt zu sein. Diese lange Tradition macht uns stolz, mehr noch ist sie aber für die Clubmitglieder eine Verpflichtung für die Zukunft.

Der CLUB ist nach vier Erstgründungen in England, von denen der Leander Club im englischen Henley der bedeutendste ist, der älteste außerhalb Englands gegründete Ruderclub der Welt und einer der größten Deutschlands.

 
    • 1836

      Im Juni 1836 beginnen elf junge Hamburger Kaufleute um Cesar und Adolf Godeffroy mit dem Rudern auf der Alster. Der Hamburger Ruder Club (DHRC) ist der erste Ruderverein in Deutschland. Im Gründungsdokument ist das Ziel formuliert: "Der Ruderclub ist ein geselliger Verein, dessen Hauptzweck gemeinschaftliche Ruderübungen sind." 
    • 1844

      Bereits im ersten Jahr kommt es zum sportlichem Wettkampf mit den in Hamburg ansässigen englischen Ruderern. 1844 findet auf der Alster unter dem Jubel tausender Zuschauer die erste Regatta in Deutschland statt. Der CLUB siegt. 
    • 1853

      Im April 1853 finden sich junge Hamburger um den Schüler Hermann Wentzel zusammen und gründen den Germania Ruder Club (GRC). Eine verschworene Gemeinschaft, die sportlichen Idealen und der Liebe zum aufkommenden Wassersport verbunden war. Sie brachte neue Bootstechnik und sportliches Rudertraining, aber auch Sport-Segelei in die Hansestadt. Und sie hatten Erfolge. Der erste deutsche Auslandsstart 1867 in Paris und der erste deutsche Oympia-Sieg im Rudern von 1900, ebenfalls in Paris, sind ihre Meilensteine.
       

      Beide Clubs haben viele sportliche und gesellschaftliche Berührungspunkte, in ihren Glanzzeiten aber auch in Zeiten von Stagnation. Der CLUB residiert am Alsterufer in Harvestehude, die Germania hat ihr Bootshaus Am Langenzug auf der Uhlenhorst. 
       

      Die Gründung des Norddeutschen Regatta-Vereins (NRV), des Clubs an der Alster (CadA), des Deutschen Ruderverbandes (DRV), aber auch des Deutschen Segler Verbandes (DSV) gehen auf die Ruderer vom Harvestehuder Ufer und von der Uhlenhorst zurück.

    • 1934

      Nach dem ersten Weltkrieg beginnt der Wiederaufbau der beiden Clubs, und es gibt große sportliche Erfolge zu feiern. Beide Clubs schließen sich 1934 zum „Der Hamburger und Germania Ruder Club“ zusammen, mit dem Bootshaus am Alsterufer – dem heutigen Domizil.

    • 1936

      Der Club feiert sein 100. Jubiläum, es ist ein Fest unterm Hakenkreuz. Als von der "Jung-Germania" verlangt wird, das Führer-Prinzip einzuführen und "halbjüdische" Kameraden auszuschließen, löst sie sich auf.
       
    • 1945

      Nach 1945 beschlagnahmt die britische Militärverwaltung das Bootshaus. Am Isekai findet der CLUB ein Ausweichquartier und kann 1952 wieder in das Bootshaus am Alsterufer einziehen. 

    • 1960er

      Unabhängig von der bereits Jahrzehnte währenden Kooperation mit Schulen, beginnt und fördert der CLUB als einer der ersten Ruderclubs Deutschlands Mitte der 60er Jahre das Kinderrudern.

    • 2011

      2011 feiert der CLUB seinen 175. Geburtstag - gleichbedeutend mit 175 Jahre Rudern in Deutschland! Heute ist der CLUB neben dem Leander Club im englischen Henley der zweitälteste Ruderclub der Welt.

      Zum Jubiläum ist eine  ausführliche, reich bebilderte Festschrift erschienen: "Der Hamburger und Germania Ruder Club, 175 Jahre Rudern in Deutschland, 1836 – 2011“. Dieser Band kann beim CLUB erworben werden.

    • 2016

      Der CLUB weiht sein neues Bootshaus am alten Platz ein.
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    Erfolge

    Olympische Ruderregatta

    Wie für eigentlich alle anderen Sportarten sind die Olympischen Spiele alle vier Jahre auch für die Ruderer der absolute Höhepunkt. Seit Anbeginn der Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 in Athen gehört die Olympische Ruderregatta mit zum Programm. Bedingt durch schlechtes Wetter musste diese jedoch 1896 ausfallen und so wurden die ersten Olympia-Medaillen im Rudern erst 1900 in Paris vergeben. Erster Olympia-Sieger: Der Germania Ruder Club (später im Der CLUB aufgegangen). Zu ihr gehörten auch drei Brüder der bekannten Hamburger Kaufmannsfamilie Gossler. Anstelle olympischen Goldes gab es für den Sieger damals einen bronzenen Hirsch.

    Mitglieder des Der Hamburger und Germania Ruder Club saßen auch im berühmten Ratzeburger Achter, der unter dem Trainer Karl Adam 1968 in Mexiko olympisches Gold gewann: Schlagmann Dr. Horst Meyer, Dirk Schreyer, Ersatzmann Uli Luhn. Dr. Horst Meyer saß bereits vier Jahre zuvor bei den Spielen 1964 in Tokyo im Boot, Schlagmann des Deutschland Achters war zu dieser Zeit Klaus Aeffke.

    CLUB-Mitglied Peter Saborowsky fuhr 1984 als Ersatzmann für den Doppelvierer und den Doppelzweier mit zu den Olympischen Spielen nach Los Angeles. Der Doppelvierer errang die Goldmedaille; da kein Athlet ausfiel, leider ohne ihn!

    Jüngster Olympionike in der CLUB-Geschichte ist Bastian Seibt. Er konnte sich im Leichtgewichts-Vierer ohne Steuermann für die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Peking, China, qualifizieren. Leider kam nach einem klaren Vorlauf-Sieg dann noch vor dem Start im Halbfinale das Aus, da die Crew wegen Erkrankung abmelden musste. Was also noch wirklich drin gewesen wäre, blieb somit zur persönlichen Tragik der Sportler ungeklärt. Vier Jahre später ruderte Bastian Seibt noch einmal in der gleichen Bootsklasse bei den Spielen 2012 in London und konnte, nach einer sehr knappen Niederlage im Halbfinale, den 9. Platz erreichen.

    Weltmeisterschaften

    Nach der Olympischen Ruderregatta der bedeutendste Wettkampf der Ruderer. Jährlich ausgetragen umfassen die Weltmeisterschaften auch die im olympischen Programm nicht berücksichtigten Bootsklassen.

    Die Crews werden vom Deutschen Ruderverband gemeldet und starten in den nationalen Farben.

    Sportler des CLUB nehmen wiederholt an Weltmeisterschaften teil. Insbesondere seit der Jahrtausendwende wurden mehrere Titel und Medaillen von CLUB-Athleten errungen.

    Weltcups

    Der Rowing World Cup entspringt der Idee, auch für den Rudersport eine internationale Wettkampfserie auf höchstem Niveau zu präsentieren und das internationale Kräftemessen nicht nur auf Welt- und Europameisterschaften sowie wenige internationale Regatten zu beschränken. Hierzu wurden mehrere Traditionsregatten zu einer Serie verbunden. Ausgetragen werden die olympischen und teilweise auch mehrere nicht-olympische Bootsklassen.

    Damit verbunden ist selbstverständlich auch eine höhere Medienpräsenz. Rudern steht vor der grundsätzlichen Herausforderung, sich neben den Massensportarten in den Medien unterbringen zu können.

    Im Gegensatz z.B. zu Formel 1-Boliden, die theoretisch jede Woche auf ein Neues auf die Piste geschickt werden können - sofern ausreichend technische Kapazität für Wartung und Weiterentwicklung vorhanden ist -, bedingt die Kraftausdauer-Sportart Rudern einen zyklischen und vor allem längerfristigen Aufbau. Die Reisekosten sorgen in diesem mehr oder weniger selbstfinanzierten Sport für eine weitere Begrenzung. Aufgrund der weiten Verbreitung des Rudersports in Europa veranstaltet der Weltruderverband FISA daher oftmals zwei der drei Veranstaltungen in Europa oder den Nachbarländern.

    In den nur von nationalen Ruderverbänden – in Deutschland dem Deutschen Ruderverband (DRV) – gemeldeten Booten und somit vorläufigen Nationalmannschaften sind CLUB-Sportler regelmäßig vertreten.

    U23-Weltmeisterschaften

    Für den Nachwuchs im Senioren-Bereich wird eine eigene WM ausgefahren. Bis 2003 firmierte diese als "The Nations Cup" und wurde unabhängig vom Weltruderverband FISA organisiert. Seit 2005 hat dieser Jahrgangsklassenvergleich auch einen offiziellen WM-Status. Somit wird auch auf internationaler Ebene der Alters- und Leistungssprung zwischen den Junioren und der "großen" WM bzw. der Olympischen Ruderregatta überbrückt. 

    Ausgeschrieben werden die olympischen Bootsklassen. Die Qualifikation erfolgt in der Regel über den Sieg bei der Deutschen Meisterschaft U23 und den Saisonleistungen. Die Crews werden vom Deutschen Ruderverband (DRV) gemeldet und starten in den nationalen Farben. 

    Mit einer gewissen Regelmäßigkeit sind auch immer wieder Aktive aus der Trainingsgruppe des CLUB mit am Start und erringen dann oftmals auch Titel und Medaillen. Teilweise werden die Nationalboote auch vom CLUB-Trainer betreut, sofern dessen Athleten sich für eine Mannschaft qualifiziert haben.

    Junioren-Weltmeisterschaften

    Die höchste sportliche Ehre, die einem Junioren, also einem Ruderer unter 19 Jahren widerfahren kann, ist die Qualifikation für die Juniorenweltmeisterschaft.

    Die Ausschreibung umfasst alle Bootsklassen vom Einer bis zum Achter – jedoch ohne die Leichtgewichts-Bootsklassen, also den Bootsklassen, bei denen die Aktiven ein bestimmtes Körpergewicht nicht überschreiten dürfen.

    Die Qualifikation ist in den Klein- und Mittelbooten in der Regel mit einem Sieg bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft verbunden. Für die Großboote, teilweise aber auch für die anderen Klassen, wird nach Ergebnissen der letzten Rangliste und der Meisterschaften zur Selektion eingeladen. Die Crews werden vom Deutschen Ruderverband (DRV) gemeldet und starten in den nationalen Farben.

    Als Ruderclub, der traditionell Wert auf eine hervorragende und breite Jugendarbeit setzt, sitzen Sportler des CLUB regelmäßig in diesen Nationalmannschaftsbooten. Die Erfolge können sich stets sehen lassen.

    Deutsche Meisterschaft, Deutsche Meisterschaft U23

    Die höchste nationale Ehre, die ein Ruderer erlangen kann, ist ein Erfolg bei dem Deutschen Meisterschaftsrudern. Ausgetragen über die olympische Distanz von 2.000 m und für alle Bootsklassen erfuhr der Modus gleichwohl über die Jahre Änderungen. Mittlerweile werden die Deutschen Meisterschaften, aufgeteilt nach Bootsklassen, auf zwei jährlichen Veranstaltungen ausgetragen.

    Bei der Deutschen Meisterschaft U23 handelt es sich um die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften unter 23 Jahre, doch der traditionsreiche Begriff "Eichkranz" umschreibt bis heute für jeden treffender, dass es sich um die Nachwuchsmeisterschaften im Senioren-Bereich handelt. Der Sieg im Eichkranz-Rennen ist in der Regel mit der nationalen Qualifikation für die U23-Weltmeisterschaften verbunden.

    Da einige Athleten auf Deutschen Meisterschaften des selben Jahres in mehreren Bootsklassen starten, sind die Erfolge der CLUB-Sportler hier noch deutlich vielfältiger als die Anzahl der CLUB-Mitglieder in den Nationalmannschaften.

    Deutsche Jahrgangsmeisterschaften U17 und U19

    Die Rennen der Junioren A werden über 2.000 m ausgetragen. Dabei können die Crews aus Renngemeinschaften bestehen. Junioren im zweiten B-Jahr sind ebenfalls in Rennen der A-Junioren startberechtigt. 

    Die Rennen der Junioren B werden über 1.500 m ausgetragen. Im Gegensatz zu den A-Junioren dürfen die Crews hier nur aus Vereinsmannschaften bestehen. Hintergrund ist, dass man den teilweise immensen Aufwand (Reisezeiten etc.), der sich aus überregionalen Projekten ergibt, zumindest bei den jüngeren Nachwuchsruderern unterbinden will. Auch wurden bei der Verfassung dieser Regel sicherlich viele von dem Gedanken der Bindung an den eigenen Club getragen. 

    Um den B-Junioren gleichwohl optimale Förderbedingungen und Ruderpartner zu ermöglichen, die vielfach über die Grenzen des eigenen Clubs hinausgehen, wurden in den Jahren, in denen keinerlei Renngemeinschaften erlaubt waren, in nahezu allen Bundesländern B-Junioren-Projekte auf regionaler Ebene gebildet. CLUB-Sportler starten demnach mit anderen Hamburger Sportlern unter der Flagge des Landesruderverbandes Hamburg, dem Allgemeinen Alster-Club / Norddeutschen Ruderer-Bund (AAC/NRB). Wenngleich mittlerweile regionale Renngemeinschaften erlaubt sind, besteht die Hamburger Kooperation weiter und schafft nach wie vor ein Zusammengehörigkeitsgefühl in Hamburg, um das uns viele andere Bundesländer beneiden. 
     
     
     
     

    Chronik zum 175 jährigen Jubiläum

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